1. Etappe (Prolog)

1. Etappe

Vinaders (Gries am Brenner) – Sattelbergalm
3,61 km, 35:17 Stunden, Durchschnitt 6,14 km/h, 380 HM ↑

1 KopieNachdem ich im Anschluss an die Wanderung auf dem Lechtalerhöhenweg mit dem Bus Reutte erreichte, deckte ich mich mit neuen Lebensmitteln ein und nahm eine Dusche auf dem örtlichen Campingplatz. An der Tankstelle nahe der Fernpassstraße sammelten mich André und Dominik ein und wir fuhren hoch nach Vinaders bei Gries am Brenner (1.270m). Ich hatte einiges zwischen dem Wander- und Bikerucksack umzupacken und neu zu sortieren. Aufgrund des gemeldeten sommerlichen Wetters, verzichtete ich auf die Regenhose und die Überschuhe. Die Entscheidung sollte sich als richtig erweisen. Nach einer guten halben Stunde erreichten wir auch schon die Sattelbergalm (1.637m) über einen moderat steilen Forstweg.

Sattelbergalm
Sattelbergalm
Blick auf die Zillertaler Alpen von der Terasse
Blick auf die Zillertaler Alpen von der Terasse

Wir wurden von den netten Hüttenwirten mit vier anderen Bikern zusammen in der Ferienwohnung einquartiert. Diese war sehr sauber, gemütlich und luxuriös mit eigenem Badezimmer. In der Ferienwohnung hatten wir ein 4er Zimmer für uns. Ein schönes, rustikales Ehedoppelstockbett  sorgte für die Schlafgelegenheit.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, brachte ich den anderen beiden Herz-Skat bei. Auf der Alm war unter anderem noch eine Schulklasse einquartiert. Die Kids tobten den ganzen Abend um die Hütte herum. Eine Gruppe hunger Frauen nutzte den Hot-Pott, ein mit Holz befeuerter Badekessel.

Hot-Pott
Hot-Pott

Zu Abend gab es einen Salat, einen leckeren Grillteller sowie Eis zum Nachtisch. Die Nacht war sehr erholsam.

Frederick-Simms-Hütte – Stockach

Tag 4

Frederick-Simms-Hütte – Stockach
7,6 km,  1.000 HM ↓

Am Morgen weckte uns Charly um 6 Uhr mit sanften Klängen seines Hackbrettes. Nach dem Frühstück folgte der Abstieg zurück ins Lechtal. Zuerst auf einem steilen Wanderpfad und ab der Sulzalm (1.466m) gemütlich auf einer breiten Forststraße.

Sulzalm (1.466m)
Sulzalm (1.466m)

Die Forststraße führte im Verlauf durch eine Felsengalerie mit sehr dunklen Tunneln und tiefblicken ins Sulzbachtal.

Sulzbach
Sulzbach
Tunnel
Tunnel
Lechtal
Lechtal

Am späten Vormittag erreichten wir Stockach (1.070m).

Dennis und Arne nahmen dort den Bus zurück nach Lech, während ich in die andere Richtung, nach Reutte mit dem Bus fuhr. Denn nahtlos an die Wandertour schloss sich noch am gleichen Tage eine Biketour in die Dolomiten an🙂

Kaiserjochhaus – Frederick-Simms-Hütte

Tag 3

Kaiserjochhaus – Frederick-Simms-Hütte
9,2 km,  800 HM ↑ | 1.100 HM ↓

Wir schliefen etwas länger, da der Morgen wolkenverhangen begann und ein Zwischenhoch zum Nachmittag Sonnenschein bringen sollte. Beinahe hätten wir dabei das Frühstück auf der Hütte verpasst! Den Grießkopf ließen wir links liegen, da Nebel und Wolken noch die Sicht verhinderten und kurz darauf erreichten wir die Kridlonscharte (2.371m).

Murmeltier
Murmeltier

Es folgte eine lange Hanquerung an einem riesigen Schuttkar bis wir das „Klämmle“ erreichten. Das Klämmle bereitete uns im Vorfeld etwas Sorge, da die Passierbarkeit von der Hüttenwirtin des Kaiserjochhauses im Vorfeld in Frage gestellt wurde. Tatsächlich war noch sehr viel Schnee im Klämmle, doch der Abstieg in der seilversicherten Rinne war trotz Altschnees gefahrlos möglich.

Einstieg ins Klämmle (hier noch schneefrei)
Einstieg ins Klämmle (hier noch schneefrei)
Klämmle
Klämmle
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Lechtaler Alpen

Es folgte der zum Teil steile Aufstieg zum Kälberlahnzugjoch (2.560m). Mittlerweile hat es aufgerissen und wir hatten beste Aussichten in die umliegenden Berge.

Kälberlahnzugjoch
Kälberlahnzugjoch

Es folgte mit weiterhin vielen Schneefeldern der Aufstieg zum Fallenbacher Joch (2.753m) . Von dort nahmen wir den Gipfelaufstieg zur Holzgauer Wetterspitze (2.895m) in Angriff. Die letzten Meter zum Gipfel mussten Dennis und ich jedoch aufgeben. Oberhalb des sogenannten „Fenster“ einem Felstor mit beeindruckendem Tiefblick, wurde es uns zu ausgesetzt. Arne kletterte hoch zum Gipfel während wir unterhalb des Fensters auf Ihn warteten.

unterhalb der Holzgauer Wetterspitze (2.895m)
unterhalb der Holzgauer Wetterspitze (2.895m)
Fenster
Fenster

Nach der Kraxelei stiegen wir hinab zur Frederick-Simms-Hütte (2.004m) wo wir von den Hüttenwirten Charly und Andy verköstigt wurden. Die Beiden gaben dabei abends Ihr Liedgut auf dem Hackbrett zum Besten. Charly Wehrle hat als Hüttenwirt mittlerweile Kultstatus erreicht. Die beiden weckten uns mit Ihrer Musik auf dem Hackbrett am nächsten Morgen um 6 Uhr sanft aus dem Schlaf.

Frederick-Simms-Hütte (2.004m)
Frederick-Simms-Hütte (2.004m)

Stuttgarter Hütte – Kaiserjochhaus

Tag 2

Stuttgarter Hütte – Kaiserjochhaus
12,2 km,  800 HM ↑ | 800 HM ↓

Am heutigen Tag waren ab dem Nachmittag Schauer und Gewitter angekündigt, weswegen wir zeitig aufbrachen. Aufgrund des gemeldeten Wetters verzichteten wir auf eine geplante Besteigung der Fangekarspitze. Vom Erlijoch (2.430m) stiegen wir steil hinab zur Erli Alp (1.907m). Es folgte eine sehr luftige Passage durch den Stapfentobel hinauf zum Almajurjoch (2.225m). Die Wege am Hang waren vom tauenden Schnee zum Teil abgetragen worden und waren dadurch recht haarig. Es kostete mich zum Teil doch etwas Überwindung die ausgesetzten und teilweise kaum noch erkennbaren Wege in luftiger Höhe zu gehen.

Aufbruch an der Stuttgarter Hütte
Aufbruch an der Stuttgarter Hütte
Schneefeld
Schneefeld
Blick zurück zur Stuttgarter Hütte
Blick zurück zur Stuttgarter Hütte
aufgeriebener Schnee
aufgeriebener Schnee

Kurz darauf erreichten wir auch schon die Leutkircher Hütte (2.260m), wo wir eine kleine Mittagsrast einlegten.

Dennis und Arne am Erlijoch (2.430m)
Dennis und Arne am Erlijoch (2.430m)
schiefe Roggspitze (2.747m) mit Blumenmeer
schiefe Roggspitze (2.747m) mit Blumenmeer
Im Stapfetobel
Im Stapfetobel

Langsam zog es sich etwas zu und wir gingen weiter vorbei an einigen Gipfeln u. a. dem Stanskogel (2.757m) zum Kaiserjochhaus. Die angekündigte Kaltfront ließ länger auf sich warten als angekündigt und so erreichten wir trockenen Fußes das Kaiserjochhaus (2.310m). Leider hatten uns die Chorschwaben das komplette Wasser weggeduscht (während wir auf der Veranda Skat spielten), so dass wir am zweiten Tag in Folge auf eine Dusche verzichten mussten. Nach dem Waschen spielten wir in der gemütlichen, etwas beengten Gaststube weiter Skat.DSCF4273

Lech – Stuttgarter Hütte

Tag 1

Lech – Stuttgarter Hütte
7,8 km,  600 HM ↑ | 600 HM ↓

Arne, Markus und ich planten als diesjährige Kollegen-Bergwandertour den Lechtaler-Höhenweg, zum wandern und gemeinsamen Skatspielen auf der Hütte. Da Markus kurzfristig krankheitsbedingt absagen musste, suchten wir einen Ersatzmann der gerne wandert und Skat spielt. Die Wahl fiel auf Dennis.

Tour
unsere Tour

Link zum Track

Gegen Mittag erreichten wir den Talort Lech und überwunden die ersten Höhenmeter bequem mit der Seilbahn, da wir dadurch noch Zeit hatten die Rüfispitze zu besteigen. Nach der Seilbahnfahrt gab es erstmal eine Mittagsvesper bei schönem Wetter. Kurze Zeit später nahmen wir dann den Gipfelsturm in Angriff. Am Fuße des Gipfelaufbaus gab es noch einige seilversicherte Passagen zu überwinden, die aber keine große Mühen für uns darstellten. Kurz darauf standen wir auf dem Gipfel der Rüfispitze (2.632m).

DSCF4131
Aussicht von der Rüfispitze (2.632m)
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Blick auf die Stuttgarter Hütte von der Rüfispitze
Abstieg von der Rüfispitze
Abstieg von der Rüfispitze

Nach dem Abstieg auf gleichem Wege führte uns der Weg über die Rauhekopfscharte (2.415m) zur Stuttgarter Hütte (2.310m). Viele Schneefelder galt es dabei zu überqueren.

Eines von zahlreichen Schneefeldern
Eines von zahlreichen Schneefeldern

An der Hütte angekommen genossen wir noch ein Bier auf der Terasse ehe wir in die warme Gaststube wechselten. Auf der Hütte war u. a. noch eine Gruppe Wanderer eines Schwäbischen Gesangvereins einquartiert, die Ihr Liedgut lautstark zum Besten gaben.

Auf der Terasse
Auf der Terasse
Sonnenuntergang
Sonnenuntergang
Arne und ich vor der Fangekarspitze (2.640m)
Arne und ich vor der Fangekarspitze (2.640m)
Lechtaler Alpen
Lechtaler Alpen
Trittkopf (2.720m)
Trittkopf (2.720m)
Stuttgarter Hütte
Stuttgarter Hütte

Zum Abendessen bestellte ich ein Hacksteak mit Gemüse und Bratkartoffeln. Wir hatten für uns ein Viererzimmer und damit Ruhe vor dem Schwabenchor.

Schneeschuhtour auf das Galtjoch (2.109m)

Von Rinnen über die Ehenbichler Alm (1.690m) zum Galtjoch (2.109m)

Im Rahmen des Winterurlaubs im Tannheimer Tal haben wir uns diese aussichtsreiche Tour in den Lechtaler Alpen ausgesucht. Am Morgen klangen die letzten Regenschauer nach einer durchregneten Nacht ab. Wir starteten gegen 10:30 Uhr am Ortsende von Rinnen auf einem kleinen Parkplatz im Tal. Die letzten Schauer klangen ab und die Sonne brach zeitweise durch die Wolken durch.

Beginn des Aufstieges Querung der Rotlech
Beginn des Aufstieges Querung der Rotlech
Kleine Hütte beim Aufstieg zur Ehenbichler Alm
Kleine Hütte beim Aufstieg zur Ehenbichler Alm

Bis zur Ehenbichler Alm schlugen wir uns noch ohne die Schneeschuhe auf der Forststraße durch. Es lag zwar noch reichlich Schnee, doch der Regen des Vortages und der Nacht hat der Schneedecke gut zugesetzt. Dadurch dass der Weg jedoch gut gewalzt war, ließ sich der Weg trotz der beachtlichen Schneedecke in zunehmender Höhe auch mit Wanderschuhen sehr gut gehen. Im Verlauf des Tages wurde es immer sonniger und wir haben uns nach und nach immer weiter entblättert. Ein guter Meter Schnee lag trotz des starken Tauwetters noch, als wir die Ehenbichler Alm erreichten. Die Alm war stark besucht, hauptsächlich durch die zahlreichen Skitourengeher die auf dem Weg zum Galtjoch waren. So dauerte es etwas länger, bis wir unsere leckeren Hüttennudeln bekamen. Nach der Stärkung schnallten wir uns die Schneeschuhe um und stapften dem Gipfel entgegen.

Das Gipfelkreuz in Sichtweite
Das Gipfelkreuz in Sichtweite
Lechtaler Alpen und Zugspitze
Lechtaler Alpen und Zugspitze
Gipfel!
Gipfel!

Der Weg wurde immer beschwerlicher und der lebhafte Wind oberhalb der Waldgrenze entwickelte sich auf dem Weg zum Gipfel zu einem beachtlich Sturm. Als wir völlig erschöpft das Gipfelkreuz erreichten, peitschte uns der kalte Wind ins Gesicht und in Böen hatten wir teilweise das Gefühl vom Berg geweht zu werden. Wir hielten es nicht lange am Gipfel aus und kehrten nach einigen Fotos sofort wieder Richtung Alm zurück. Auf dem Rückweg riss es immer weiter auf und mit Erreichen der Alm hatten wir einen wolkenlosen blauen Himmel.

Lechtaler Alpen
Lechtaler Alpen
Schneemassen
Schneemassen
Ehenbichler Alm
Ehenbichler Alm

Wir genossen das Weizen auf der Hütte bei netten Gesprächen und herrlichen Blicken in die Bergwelt der Lechtaler Alpen und auf die Zugspitze. Mit dem letzten Tageslicht erreichten wir dann wieder unser Auto in Rinnen. Neben dem Auto des Hüttenwirtes war unser Auto das einzig verbliebene auf dem Parkplatz. Wie bei unserer Ankunft schon befürchtet, stellte sich das ausparken als etwas problematisch heraus. Unser Auto steckte im tiefen Schneematsch fest. Mit unseren Befreiungsversuchen gruben wir uns immer tiefer im Schneematsch ein. Wir buddelten die Reifen frei und nach etwas längerem Probieren und anschieben von vorne wie von hinten gelang es uns das Auto aus dem Schneegefängnis zu befreien.

Bier auf der Ehenbichler Alm
Bier auf der Ehenbichler Alm
Zugspitze
Zugspitze
Abstieg
Abstieg

Der Abend klang mit einem leckeren Essen in der Sportlerstube am Wannenjochlift in Schattwald aus. Als wir zurück zur Pension wollten, hat man uns dort jedoch ausgesperrt. Die Wirtsfamilie hat die Pension abgesperrt, (was sie sonst nie tat) da „Anderssprachige“ (Flüchtlinge) durch das Dorf umherzogen.

Tag 15+16 Die Rückreise des Grauens!

Tag 15+16

Der Rückreisetag, oder besser die Rückreisetage waren das pure Grauen! Es fing damit an, dass ich am frühen Morgen mit Übelkeit aufwachte. Mir war sehr schlecht und ich ging mehrmals zur Toilette und duschen um den Kreislauf anzukurbeln. Von Stunde zu Stunde ging es mir schlechter, bis ich dann zweimal zur Toilette musste zum brechen. Zu allem Überdruss wurde ich trotz Krankheit um 10 Uhr aus dem Hostel „geschmissen“, obwohl mein Bus erst am abend gehen sollte. Ob ich mir Salmonellen von der Tiramisu eingefangen habe?

Ich legte mich, bei immer noch extrem heißen Temperaturen draußen vor das Hostel in den Schatten und vegetierte elend und fiebrig vor mir her. Ich konnte es in der Mittagsglut selbst im Schatten kaum aushalten und war zu kraftlos irgendetwas gegen meinen Zustand zu unternehmen. Am Nachmittag schleppte ich mich hundeelend die wenigen Meter zum Bahnhof. Ich schlurfte völlig kraftlos wie in Trance durch die Mittagshitze. Der Zug nach Turin war natürlich gut gefüllt und nicht klimatisiert. Ich konzentrierte mich einzig darauf nicht zu brechen oder zusammenzubrechen.

In Turin angekommen legte ich mich erstmal noch 1-2 Stunden in den Bahnhof und vegetierte. Ich hatte noch massig Zeitreserven. Dann machte ich mich auf den Weg zum Busbahnhof. Unterwegs machte ich noch zwei Pausen auf der kurzen Strecke. Einmal legte ich mich einige Minuten auf eine Parkbank und einmal trank ich in einem Cafe ein stilles Wasser für einen Euro.

Die Zeit bis der Flix-Bus eintraf überbrückte ich mit vegetieren. Der Bus kam dann endlich und die 24-Stunden-krank-im-Bus konnten beginnen…😦

Ich schlief fast die komplette Busfahrt und nach und nach kehrte wieder Leben in mich. Der Bus fuhr über Mailand nach München wo ich umstieg. Ab Mannheim nahm ich dann den Zug über Mainz nach Boppard und schließlich nach Emmelshausen. Die Zugverbindungen liefen super mit nur sehr kurzen Umsteigezeiten von jeweils wenigen Minuten. Als ich zu Hause ankam, war ich dann nach solanger Reisezeit schon wieder gesundet🙂

Tag 14

Tag 14

Ivrea

Morgens nahm ich den Zug nach Ivrea wo ich im Ivrea Canoa Club Hostel eincheckte.  Der Kanuclub betrieb neben dem Hostel auf dem stellenweise wilden kleinen Fluss eine Kanustrecke. Oberhalb des Hostels gab es bei ruhigem Gewässer eine Slalomstrecke für Einsteiger und unterhalb ging es dann in den Stromschnellen richtig zur Sache.

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Slalomstrecke (ruhige Passage)

Ich kaufte in der Stadt eine Badehose und machte mich zu Fuß auf den Weg zum Lago Sirio im Norden der Stadt. Dort machte ich es mir am See im Schatten gemütlich und ging einige Runden schwimmen.

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Lago Sirio

Abends genoss ich noch etwas den italienischen Flair in der Stadt. Ich aß eine leckere Pizza und ein Tiramisu. Letzteres sollte mein Verhängnis werden…

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Kanufahrer am abend
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Uhr in Ivrea (Zurück in die Zukunft?!)

Tag 13 – D19-D20

Tag 13 – D19-D20

Gaby – Verres
35 km,  1.650 HM ↑ | 2.300 HM ↓

Als ich mich am Vormittag auf den Weg zum Col Dondeuil aufmachte, wusste ich noch nicht von dem Grauen der mir am heutigen Tage bevorstand. Und hätte ich es auch nur halbwegs erahnt, wäre ich erst gar nicht losgelaufen…

Es begann mit einem Anstieg auf Asphalt in brütender Hitze bereits  am frühen morgen. Obwohl es zunehmend wolkiger und diesiger wurde, war es noch immer brutal heiß mit annähernd 40°C in den Tälern und das nun schon seit knapp zwei Wochen. Es folgte alsbald ein Aufstieg im Wald, bei dem mich die Mücken förmlich aufgefressen haben. Hölle, Hölle, Hölle!!!

Auf dem Plan stand heute der Aufstieg zur Becca Torché die mir mit 3.015 m Höhe etwas Gipfelglück bescheren sollte. Ich war so fertig vom Anstieg, dass ich den Abzweig zum 3.000er etwas unterhalb des Passes verpasste. Da sich zunehmend mehr Wolkentürme bildeten und heute mit den ersten Gewittern zu rechnen war, verzichtete ich auf den Gipfel, zumal ich auch körperlich zu ausgelaugt für den Aufstieg war. Im Nachhinein war das die einzig richtige Entscheidung. Am Pass war die Aussicht mal wieder sehr begrenz, durch die sehr trübe Luft. Angeblich soll man von dem Sattel aus eine Aussicht vom Mont Blanc bis zum Gran Paradiso haben.

Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Aufstieg zm Col Dondeuil (2.344 m)
Gams
Gams

Der Abstieg folgte erst auf Geröll und dann auf elend langen kleinen Asphaltsträßlein. Hier und da waren aggressive Hunde deren Besitzer es egal war, dass diese Wanderer bedrohten. Nach endlos langer Zeit auf Asphalt mit zunehmden Gewittergrollen in der Ferne setze ich auf urigen alten Wegen den Abstieg ins Tal fort.

Tal
Tal

Irgendwann am späten Nachmittag erreichte ich irgendwie völlig erschöpft Challand-Saint-Victor . Dort setzte ich mich ausgehungert in eine Bar und wollte eine Pizza essen. Es gab „nur“ Panini und so bestellte ich gleich zwei Stück davon. Kurze Zeit später kam ein riesiges Monsterbaguettebrot mit Salami und Sardellen. Unter größter Mühe aß ich das Brot und dachte noch, dass das Monsterbaguette wohl zwei normalgroße Paninis ersetzen sollte. Ich wurde eines Besseren belehrt, als kurz darauf das zweite Monsterpanini mit Mozarella und Tomaten serviert wurde. Ich biss zweimal zum probieren rein, packte es in den Rucksack und zahlte. Leider fand ich keine Übernachtungsmöglichkeit, das einzige B & B im Ort war ausgebucht. Ich plante daher ein Wildcamping. Ich hatte mir den „Lago di Villa“ als mögliches Wildcampziel ausgesucht, doch der See war ein Wasserschutzreservoir mit Badeverbot und es grummelte immer noch sehr bedrohlich. Mir blieb nichts anderes übrig als weiter hinab ins Tal zu laufen. Derweil bekam ich von dem salzigen Sardellen-Salami-Monsterbaguette und der schwülen Hitze einen Superbrand, den ich nur mit einigen Liter Wasser löschen konnte.

Challand-Saint-Victor
Challand-Saint-Victor
Einer von vielen Brunnen in Challand-Saint-Victor
Einer von vielen Brunnen in Challand-Saint-Victor

Über extrem steile und sehr unangenehme Wege kämpfte ich mich hinab ins Aostatal. Im nächst größeren Ort Verres suchte ich mir ein Hotel für 51 € Ü/F. Hunger hatte ich am späten Abend keinen mehr, aber umso mehr Durst. Der Abend endete mit lustigen Gesprächen mit Italienern in Bars und Cafés in denen ich verschiedene internationale Biere probierte.

Tag 12 – D16

Tag 12 – D16

San Antonio di Valvogna – Gaby
14 km,  1.050 HM ↑ | 1.050 HM ↓

Am morgen erfolgte der lange Aufstieg hinauf zum Passo Valdobbia (2.480 m). Dabei nahm die Via Alpina, der ich folgte, einen anderen Wegverlauf als die GTA, die in dieser Gegend mit weniger Schlenkern verläuft. Der Anstieg war teilweise wieder recht schön, wobei sich die Aussicht am Pass wieder in Grenzen hielt.

Walsersiedlung
Walsersiedlung
Brücke
Brücke
Wasserfall
Wasserfall

Am Pass beobachtete ich eine Gams, die sehr athletisch einen steilen Hang hinauf flüchtete. Ich stieg hinab in den Skiort Greassoney St. Jean am Fuße des gewaltigen Monte Rosa Gletschers. Dort suchte ich vergebens nach einem (bezahlbaren) Zimmer. Kurzerhand entschied ich mich mit dem Bus hinab nach Gaby zu fahren. Dort nahm ich mir ein komfortables *** Hotelzimmer für 52,50 € Ü/F. Auch das Abendessen im Ort war nicht sehr preisgünstig, aber dafür richtig gut. Bei schönstem Bergpanorama genoss ich ein „Birra Angelo Poretti rossa“, was ziemlich stark in Geschmack und Wirkung war…

Aufstieg zum Pass
Aufstieg zum Pass
Monte-Rosa-Gletscher in Greassoney
Monte-Rosa-Gletscher in Greassoney

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